WER WIR SIND & WAS WIR WOLLEN

Wir sind Sozialisten. Das heißt, dass wir den Kapitalismus und all seine Institutionen durch eine Revolution zerschlagen wollen, um eine klassenlose Gesellschaft aufzubauen. Wir als sozialistische Basisgruppe sind ein Teil dieses Kampfes.

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Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Woche

Written by Rote Aktion Koeln on . Posted in Antifaschismus, Antikapitalismus, Antimilitarismus, Antirepression, Internationale Solidarität

Trauer und Wut erfüllten unsere Herzen, als wir von dem feigen Massaker des IS an den revolutionären Jugendlichen der SGDF (Förderation sozialistischer Jugendvereine) hörten.

Am Montag, den 20.07.2015 explodierte bei einer Pressekonferenz der SGDF in Suruc eine Bombe, wobei 31 Menschen schlagartig aus dem Leben gerissen wurden. Über 300 Jugendliche suruc2hielten sich dort auf, um sich auf den Weg nach Kobanê zu machen, um dort humanitäre Hilfe zu leisten. Schon kurz nach dem Anschlag zeigte der türkische Staat wieder einmal sein Gesicht und griff die Menschen auf dem Weg ins Krankenhaus an, verhaftete HelferInnen und behinderte eine ärztliche Versorgung vor Ort.

Jugendliche, die mit LKW’s voller Kinderspielzeug nach Kobanê reisen wollten, werden vom türkischen Staat, welcher LKW’s voller Waffen an den IS liefert, ermordet!“

Diese Parole ging durch Europa. Schon seit Beginn dieses Krieges gegen die Rojava-Revolution unterstützt der türkische Staat den IS, sei es durch illegale Waffenlieferungen, Geheimdienstinformationen oder die Behandlung verletzter IS-Terroristen in türkischen Krankenhäusern.

suruc3Aber auch Deutschland hat seine Hände im Spiel. Nach wie vor liefert die BRD Waffen an ihren NATO-Partner Türkei, an Saudi-Arabien oder Katar und es ist unkontrollierbar, wo diese Waffen letzten Endes landen werden. Wie auch immer die weitere Entwicklung im Krieg gegen die KurdInnen sei wird – der „feine“ Westen wird sich eine goldene Nase daran verdienen.

Nach dem feigen Angriff in Suruc gingen massenhaft Menschen in der ganzen Türkei und Nordkurdistans auf die Straße, um ihre Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf und der SGDF zu zeigen. Auch dabei zeigte der türkische Staat, gegen wen er wirklich agiert. Zwar nutzt er in seiner Rhetorik eine der Extremismustheorie ähnliche Gleichstellung von PKK und IS, in seinen Taten greift er aber hauptsächlich linke und kurdische Kräfte an.

Seit Tagen gibt es massenhafte Razzien und Festnahmewellen in der Türkei, es befinden sich nun mehrere hundert revolutionäre und linke AktivistInnen im Gefängnis. Immer wieder werden Demonstrationen brutal angegriffen und niedergeschlagen, über den revolutionären Stadtteil „Gazi“ von Istanbul wurde ein Ausnahmezustand verhängt und seit Tagen gibt es dort Auseinandersetzungen zwischen fortschrittlichen Kräften und den (paramilitärischen) Antiterroreinheiten des türkischen Staates, die zwischenzeitlich das alevitische Gebets- und Kulturhaus angriffen, in dem eine bei einer Festnahme ermordete Aktivistin beerdigt werden sollte.

Gleichzeitig fliegt der türkische Staat Luftangriffe über dem kurdischen Gebiet in Syrien und dem Irak und bombardiert dort Stellungen der kurdischen Freiheitskämpfer. Bei den nach dem Anschlag folgenden Auseinandersetzungen wurden mehrere junge Menschen ermordet, viele wurden verletzt. Die Türkei steuert auf einen Krieg zu und hat mit ihren Handlungen den Waffenstillstand mit den Kurden aufgehoben. Die PKK stellte dies ebenfalls fest und reagierte entsprechend darauf.

suruc2Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Kampf unserer Genossinnen und Genossen, hierher zu tragen und unser möglichstes zu tun, um hier im Herzen der Bestie, dem Profiteur von jedem Krieg, dem deutschen Imperialismus, ein bisschen Öffentlichkeit zu schaffen und zumindest ein bisschen das ruhige Hinterland anzugreifen.

Köln

Nach einer Spontandemonstration am Montag (http://rote-aktion.org/die-blumen-koennen-sie-abreissen-aber-den-fruehling-wird-niemand-aufhalten/) wurde von Dienstag bis Freitag ein Protestzelt am Kölner Hauptbahnhof errichtet. Hier wurden täglich viele Menschen angesprochen, Flyer verteilt, Transparente gemalt und Schilder gebastelt. Die Parole „Wir wandeln unsere Trauer in Wut und Kraft um“ wurde hier in die Tat umgesetzt in einer gemeinsamen Aktion von türkischen und deutschen RevolutionärInnen und der kurdischen Bewegung. Viele Menschen interessierten sich für unsere Diskussionen, spendeten Geld, nahmen Flyer für sich und andere mit und sprachen der Organisation ihr Beileid aus. Leider hat sich die deutsche fortschrittliche Bewegung durchgängig nicht blicken lassen, um die Betroffenen des Massakers zu unterstützen und ihre Solidarität für den Kampf gegen den Krieg in Kurdistan auszusprechen. Aus verschiedenen Gründen, die wir in unseren Aufrufen (beispielsweise „Widerstand in Rojava, das ist wahre Antifa!“) erläuterten, fällt uns als antifaschistische Bewegung in Deutschland zu, die kurdische Bewegung auch von hier aus zu unterstützen, gegen die Kriege auf die Straße zu gehen und nach und nach das ruhige Hinterland zum Beben zu bringen.

Mehrfach konnten wir lesen, dass auch in der Stadt das Andenken an die Gefallenen mit Plakaten verbreitet wurde…

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…oder mit Markierungen der SPD-Zentrale die Verräter und Kriegstreiber geoutet wurden (Bericht bei indymedia)

suruc6Außerdem fand Donnerstag Abend eine unangemeldete Spontandemonstration von ca. 40 Personen in Gedenken an die Gefallenen des Massakers in Köln-Kalk statt, die entschlossen und kraftvoll durch den Stadtteil lief.

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Berlin

Am Montag den 20. Juli gab es eine kämpferische Spontandemonstration mit ca 1000 Leuten durch Berlin-Kreuzberg, bei der auch 7 Personen kurzzeitig in Gewahrsam genommen wurden.
Auf der Demonstration am Samstag in Berlin nahmen ca 3000 Menschen Teil. Es beteiligten sich kurdische, deutsche und türkische Orgas, die alle starke, kämpferische Beiträge hielten. Die Bullen waren mit großem Aufgebot da und schikanierten bei den Demo-Auflagen, hielten sich aber im Großen und Ganzen zurück. Außerdem wurden noch einige Graffitys in Berlin-Moabit entdeckt die wir hier Dokumentieren:

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Es ist viel passiert in der letzten Woche, wir danken allen Freundinnen und Freunden für ihre tatkräftige Unterstützung und Solidarität.

Egal welche Mittel der türkische oder deutsche Staat einsetzen, um die revolutionäre Bewegung zu Fall zu bringen, weder wir, noch unsere Genossen in der Türkei, werden uns einschüchtern lassen.

Kein Massaker, kein Krieg bleibt ungesühnt!

Stoppt die Waffenlieferungen an den türkischen Staat und den IS!

Unterstützt die kurdische Befreiungsbewegung – Widerstand in Rojava, das ist wahre Antifa!

Weitere interessante Erklärungen und Artikel findet ihr hier:

Aufruf des revolutionären 3a-Bündnisses zur Demonstration

Erkläung des Kommunistischen Aufbau

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