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Wir sind Sozialisten. Das heißt, dass wir den Kapitalismus und all seine Institutionen durch eine Revolution zerschlagen wollen, um eine klassenlose Gesellschaft aufzubauen. Wir als sozialistische Basisgruppe sind ein Teil dieses Kampfes.

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Rassismus gegen Sexismus? Nicht mit uns!

Written by Rote Aktion Koeln on . Posted in Antifaschismus, Frauenkampf

Mit rassistischen Kontrollen versucht die Polizei Köln, ihr Bild in der Öffentlichkeit nach den letztjährigen Vorfällen sexualisierter Gewalt gegen Frauen wieder aufzuhübschen.

Nach den massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht 2015 / 2016 versprachen Polizei und Stadt Köln ein verbessertes Sicherheitskonzept für Silvester 2016 / 2017.

Teil dieses Konzeptes waren Sicherheitszonen rund um den Hauptbahnhof, ein Verbot jeglicher Pyrotechnik und Silvesterraketen in eben diesen, Hamburger Gitter und eine Verschärfung der Video- und polizeilichen Überwachung. Offensichtlich aber eben auch massives Racial Profiling, das Ausmustern von „Deutschen“ bzw. „Weißen“ und augenscheinlich „Nicht-Deuschen“ bzw. „Nicht-Weißen“ aus dem Partyvolk am Hauptbahnhof, von der Polizei in einem öffentlichen Tweet herabwürdigend als „Nafris“ bezeichnet. Bis jetzt ist noch nicht klar von der Polizei geäußert worden, was „Nafri“ jetzt eigentlich bedeutet, es gibt mehrere Erklärungen: einfach eine Abkürzung für „Nordafrikaner“ (so als seien alle Männer mit dunklen Haaren am Hauptbahnhof ganz offensichtlich Nordafrikaner?) oder „nordafrikanischer Intensivtäter“ (was ohne jegliche Überprüfung direkt eine bestimmte Menschengruppe mit negativen Dingen in Verbindung bringt).
Die Kölner Polizei leugnet trotz klarer Beobachtungen und Meldungen ihr rassistisches Vorgehen und Racial Profiling – der Einsatz wird so gut wie überall als richtig gepriesen, der Polizei wird dafür gedankt, dass sie für Sicherheit gesorgt hat. Es wird in der (deutschen) Öffentlichkeit ganz offen diskutiert, dass es richtig ist, einer bestimmten Menschengruppe, in diesem Fall eben „Nordafrikaner“, den Hang zur sexualisierten Gewalt zu unterstellen und es sei deshalb notwendig, sie mehr zu kontrollieren als andere, z.B. deutsche Männer. Dabei blendet die Öffentlichkeit, auch angeheizt durch die das ganze Jahr über geführte rassistische Debatte um die „Kölner Silvesternacht“, aus, dass Gewalt und sexualisierte Gewalt KEIN Phänomen ist, dass einfach nur gehäuft in einer Nacht im Jahr vorkommt und vorkam. Es wird sich damit natürlich auch sehr einfach gemacht; man hat mal wieder einen Schuldigen gefunden, der „unsere“ Frauen missbraucht. Nicht der Opa, oder der Onkel, oder der beste Freund, der Ehemann oder Fußballtrainer sind in den Köpfen der Deutschen, wenn sie an Gewalt gegen Frauen und Kinder denken. Nein, eben der entpersonalisierte „Nafri“, der „Schwarze Mann“, vor dem man so leicht Angst haben kann, denn er ist ja offensichtlich nicht wie wir.

Wir verurteilen klar diese Heuchelei, mit der in dieser Silvesternacht versucht wurde, „Frauen und Feiernde“ zu schützen! Wir verurteilen die Instrumentalisierung des Leides, das Frauen täglich erfahren, für ihre rassistischen Zwecke! Sexismus und sexualisierte Gewalt und Übergriffe sind keine Frage der Herkunft, sondern Problem dieses Systems!

Früher am Silvestertag beteiligten wir uns an der Aktion „Gegen Sexismus und Rassismus – Frauen setzen sich zur Wehr!“ der kämpferischen Kölner Frauengruppe ZORA am Hauptbahnhof. Die jungen Frauen positionierten sich in Redebeiträgen gegen sexualisierter Gewalt gegen Frauen und stellten dem ihr Konzept der Selbstverteidigung gegenüber. Auch verurteilten sie die zu erwartende rassistische Instrumentalisierung der Vorfälle und zeigten, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen insbesondere dann passiert, wenn es niemand sieht und auch niemanden interessiert, beispielsweise geflüchtete Frauen sind besonders gefährdet. Wir begrüßen solche Selbstorganisation und Aktionen der Frauen!

An diesem letzten Tag des vergangenen und ersten Tag des neuen Jahres wurde sehr deutlich: es gibt viel zu tun. Auf ein kämpferisches 2017!

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