WER WIR SIND & WAS WIR WOLLEN

Wir sind Sozialisten. Das heißt, dass wir den Kapitalismus und all seine Institutionen durch eine Revolution zerschlagen wollen, um eine klassenlose Gesellschaft aufzubauen. Wir als sozialistische Basisgruppe sind ein Teil dieses Kampfes.

Grundlagenpapier

  • Banner-webside-berlin

Gegen Gewalt an Frauen und Rassismus – in Köln und auf der ganzen Welt!

Written by Rote Aktion on . Posted in Antifaschismus, Antikapitalismus, Frauenkampf

Circa 300 Menschen waren einem Aufruf zu einer Kundgebung nach den sexuellen Belästigungen und Übergriffen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof gefolgt und brachten ihre Wut und ihre Abscheu gegenüber (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen, aber auch den danach vor allem im Internet geführten rassistischen Diskussionen zum Ausdruck.

Was ist passiert?

Eine Gruppe unbekannter Größe hatte in der Silvesternacht dutzende Frauen sexuell belästigt und misshandelt, teilweise in Verbindung mit Raub. Die meisten Vermutungen gehen von 40-50 Personen aus; das üblicherweise sehr nah an der Wahrheit bleibende Springer-Blättchen Bild spricht von Tausenden. Auch nach mehrfachem Ansprechen durch betroffene und offensichtlich verstörte Frauen, tat die Polizei erstmal nichts. Einige Frauen berichten davon, dass sie weggeschickt wurden mit dem Hinweis, auf ihre Sachen jetzt aufzupassen.

Dass es sich um migrantsch aussehende Menschen handelt (im üblicherweise „seriösen“ Blättchen Express wird wahlweise von „Asylanten“, „Nordafrikanern“ oder anderen „ausländischen Kriminellen“ gesprochen) wird von allem, was sich zum gesunden deutschen Volkskörper zählt, gezielt für eine massive Hetzkampagne gegen Flüchtlinge und Migranten genutzt. Dies reicht von den normalen „ich hab Angst vor dem Fremden“-Posts bei Facebook über die altbekannten „kriminelle Ausländer raus“-Rufe bis hin zu geplanten „Stadtspaziergängen“ von Faschos und anderem Mistvolk (das sich auch sonst in allen Lebenslagen die Befreiung der Frau von ihren patriarchalen Fesseln auf die Fahnen schreibt) mit Gewalt- und Mordphantasien. Auch Oberbürgermeisterin Reker springt auf den Zug auf und redet davon, dass „wir“ Menschen anderer Kulturen beibringen müssten, dass „wir“ Silvester ohne Misshandlungen von Frauen feiern. Gemeinsam ist all diesen Ausprägungen eines: Gewalt gegen Frauen wird als etwas von außen nach Deutschland eindringendes dargestellt und kulturalisiert. Auf dem Rücken der Betroffenen wird eine rassistische Hetzkampagne gestartet.

KEIN Einzelfall…

gegengewalt2Wichtiger Ausdruck der Kundgebung war, dass zwar der Fall der Silvesternacht ein besonders krasser Ausdruck von Gewalt gegen Frauen war, ein organisiertes Verbrechen, dessen Ausmaß sehr schockierend war. Gleichzeitig wurde betont, dass Gewalt gegen Frauen ein alltägliches, dreckiges Phänomen ist, dass Gewalt gegen Frauen ein trauriger Normalzustand ist, dass unsere Gesellschaft ein solches Klima schafft, in dem Frauen zu Sexobjekten und „Freiwild“ degradiert werden.

In mehreren Redebeiträgen wurde deutlich gemacht: Es ist kein kleineres oder größeres Verbrechen, ob eine Frau nun von einem Deutschen beim Oktoberfest offen vergewaltigt wird, oder ob eine Frau von einem Italiener, Nordafrikaner oder sonstwem misshandelt und vergewaltigt wird. Gewalt gegen Frauen findet ihren Ausdruck in jedem Land. Und überall auf der Welt beginnen Frauen, sich offensiv dagegen zu wehren.

Unsere Antwort darauf? Die Bewegung der „roten Knüppel“

gegengewaltGenossinnen schlugen in ihren Redebeiträgen vor, dass sich die Frauen nicht als Opfer sehen, das sich beschützen lassen muss, sondern lernen, sich selbst zu verteidigen. Immer, wenn wir sehen, dass eine Frau bedrängt oder belästigt wird , müssen wir eingreifen und solidarisch sein. Uns gegen Gewalt schützen können wir am besten selbst, wenn wir uns zusammentun und organisieren. Die Bewegung der „roten Knüppel“ ist ein Ausdruck davon, dass sich Frauen weltweit selber organiseren und ihre Sicherheit in die eigenen Hände nehmen.

Im Anschluss an eine gelungene Kundgebung, an der sich viele Frauen und auch solidarische Männer mit Redebeiträgen beteiligten, wurde ein kurzer spontaner und kraftvoller Spaziergang um den Dom und durch den Hauptbahnhof organisiert, mit dem die Frauen sich ganz praktisch die Straßen zurück holten.

Unser Kampf gegen das Patriarchat muss auch nach dem heutigen Tag weitergehen. Der Kampf gegen Sexismus ist alltäglich und wehrhaft! Brecht das Schweigen und macht euch grade gegen sexualiserte Gewalt!

Trackback from your site.

Startups