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Alternative „Verhaltensregeln“ zur Vermeidung sexueller Belästigung für Männer und Frauen

Written by Rote Aktion on . Posted in Frauenkampf

Nach den Ereignissen der massenhaften sexuellen Belästigungen in der Silvesternacht in Köln ist eine öffentliche Debatte entbrannt, die in vielen Punkten einfach nur verquer ist, und sexistische Muster wiederholt. Geredet wird insbesondere über zwei Dinge. Über viel Wichtigeres wird nicht geredet.

Vor allem anderen wird über die Täter geredet. Über nordafrikaniche, syrische, arabische Täter. Rassistisch aufgeladen kann diese Debatte naürlich viel bequemer für die sexistische Gesellschaft geführt werden: die sexualisierte Gewalt wird als etwas dargestellt, das „von außen“ nach Deutschland getragen wird. Über „nordafrikanische Banden“, die über „unsere Frauen“ herfallen, wird geredet. Über „unsere Frauen“, die von kruden, rassistischen Bürgerwehren beschützt werden müssen, die durch Köln marodieren und dabei alles angreifen, was nicht in ihr arisches Weltbild passt. Dass viele dieser „besorgten Bürger“ wahrscheinlich selber ganz gern zulangen oder sich gleich im Rotlichtmilieu bewegen, ist da doch eher Nebensache bei den neuen „Frauenrechtlern“.

Zum Anderen wird darüber geredet, wie Frauen vermeiden sollen, von sexueller Belästigung betroffen zu sein. Kölns Oberbürgermeisterin redet davon, dass sich Frauen eine Armlänge von „Fremden“  entfernt halten sollen und verweist auf „Verhaltensregeln“, die Frauen beachten sollen. Es spricht zwar niemand aus, aber eigentlich heißt das: wenn sich Frauen „unvorsichtig“ verhalten, müssen sie sich nicht wundern, wenn so etwas passiert. Nicht über eine Änderung des Verhaltens von Männern, die Gewalt gegen Frauen ausüben, wird hier gesprochen. Sondern darüber, dass Frauen ihr Verhalten ändern müssen.

So oder so kotzt uns diese Art, über Gewalt gegen Frauen zu reden, an. Über die Betroffenen wird fast gar nicht gesprochen, außer, wenn die Presse mal wieder erwähnt, wie viele Anzeigen es wegen der Ereignisse der Silvesternacht gab. Niemand redet darüber, dass in Deutschland jede 7. Frau mindestens einmal in Deutschland schwerste sexualisierte Gewalt erfährt und zwar oftmals aus dem persönlichen Umfeld. Niemand redet darüber, dass die Rechtslange bezüglich Vergewaltigungen so beschissen ist, dass Vergewaltigung quasi nicht existiert und so wenig verurteilt werden kann, dass sowieso nur der absolut geringste Teil sexualisierter Gewalt angezeigt wird. Niemand redet darüber, dass bis 1997 die Vergewaltigung in der Ehe nicht existiert hat und solche „Frauenrechtler“ wie Horst Seehofer, die jetzt nach harten Strafen und einem starken Staat rufen, noch 1997 dagegen gestimmt haben, dass die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt wird.

Niemand redet darüber, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen auch schon vor der Silvesternacht verdammter Alltag ist in Deutschland und sich Frauen nicht angstfrei bewegen können.

Wir sollten darüber reden, wie wir verhindern, dass weitere Frauen Opfer von (sexualisierter) Gewalt werden, und wie sich Frauen effektiv wehren können. Wir haben uns ein paar allgemeine alternative Verhaltenstipps für Frauen überlegt, damit sie sich etwas angstfreier durch die Straßen bewegen können. Denn auch wenn jetzt alle über Gewalt an Frauen reden: ändern wird sich leider relativ wenig!

Sei selbstbewusst: Zeige durch deine Körperhaltung, deine Mimik und Gestik und dein gesamtes Auftreten, dass du mit dir gar nichts machen lässt. Sag dir immer wieder „Ich bin kein Opfer, sondern eine starke Frau!“ und zeige das auch den ganzen Hampelmännern draußen auf der Straße!

Sei laut: Wenn dir jemand zu Nahe kommt, oder etwas mit dir macht, das du nicht willst, schrei ihn an. Schrei andere an, dass sie dir helfen sollen. Sei auffällig. Sei dem Täter von Beginn an ein Dorn im Auge. Schäm dich nicht dafür, dass du laut bist! Du bist kein Opfer, sondern eine auffällige, laute Frau!

Sei kämpferisch: Anschreien hilft leider oft nicht. Trau dich, dem miesen Arschloch eine rein zu hauen, wenn er dir zu Nahe kommt. Oder benutze Pfefferspray. Oder tritt ihm in seine miesen Eier. Er hat es verdient, wenn er dich sexuell belästigt. Das Problem ist niemals, dass Frauen sich wehren, auch wenn dir das eingeredet wird. Das Problem ist die sexuelle Belästigung. Dich hat niemand anzupacken, und wenn doch: ciao!

Sei unabhängig: Natürlich hoffen wir, dass gerade nach dem ganzen Aufschrei der letzten Tage und Wochen Menschen zu Hilfe kommen, wenn Frauen sexuell belästigt werden. Die Erfahrung zeigt aber: leider ist das nicht so. Oftmals sind Frauen dabei auf sich allein gestellt, weil die meisten Menschen denken, dass das nicht ihr Problem sei, oder zu feige sind, einzuschreiten. Scheiß auf diesen jämmerlichen Haufen und lerne, dich selbst zu verteidigen. Am besten schon, bevor es nötig ist. Mach am besten mindestens einen Selbstverteidigungkurs. Oder geh gleich Kickboxen. Kann nicht schaden.

Sei solidarisch: Auch wenn andere Jammerlappen nicht einschreiten, wenn sie sexuelle Belästigung (oder andere Formen von Gewalt gegen Frauen und auch Kinder) sehen, solltest du dir angewöhnen, wenn du das nicht eh schon tust, JEDEM Täter ein Dorn im Auge zu sein. Du siehst, wie jemand belästigt wird? Alle vorher aufgestellten Regeln gelten auch in diesem Fall! Mach dich bemerkbar, zeig dem Täter, dass er Zeugen haben wird und außerdem solltest du ihm möglichst schnell in die Eier treten. Die vielleicht wichtigste Regel ist: Frauen müssen lernen, sich auf Frauen zu verlassen. Das heißt, jede Frau muss anfangen, anderen Frauen zu helfen. Immer!

Sei organisiert: Frauen sind stärker, wenn sie sich zusammen tun. Triff dich regelmäßig mit anderen Frauen. Tausch dich aus über deine Erfolge, Probleme und Ängste (auch über andere Themen!). Geht zum Beispiel gemeinsam zum Sport. Alleine machen sie dich ein – gemeinsam seid ihr stark!

Und noch ein Hinweis an alle Männer unter uns: auch ihr könnt euch an ein paar einfach Regeln halten, die sexualisierte Gewalt gegen Frauen verhindern können!

Belästige keine Frau sexuell. Oder auf eine andere Art und Weise. Respektiere den Willen von Frauen. Ja heißt ja und nein heißt nein. Wenn du siehst, dass andere Männer diese einfachen Regeln nicht beachten: verhindere das! Sei bitte nicht der feige stille Zeuge. Sei dem Täter ein Dorn im Auge!

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